Wie ich mich in die Schule meiner Kinder einbringe

Martina und Dodo, Mütter aus Hamburg und Berlin, bringen sich regelmäßig in der Schule ihrer Kinder ein. In unserem Interview sprechen sie über Hürden bei Elternarbeit und warum es sich trotzdem lohnt.

Hallo Martina. Danke, dass du dir Zeit für unser kleines Gespräch nimmst. Wie hast du dich schon in die Schule eingebracht?

Ich habe schon viele verschiedene Aufgaben übernommen. Zum Beispiel habe ich bei der Einschulung von den neuen Erstklässlern mitgeholfen, Sommerfeste mutgestaltet und bei Wintermärkten auch mal einen Kuchen gebacken.

Wie funktionieren denn bei euch die Absprachen?

Für kleinere Aufgaben spricht meistens die Lehrer*in die Eltern direkt an oder stellt auf den Elternabenden die kommenden Veranstaltungen vor und fragt nach, wer Zeit und Lust hat zu helfen. Das funktioniert ganz unkompliziert.

Bei den größeren Veranstaltungen werden Komitees gebildet, wo sich Lehrer*innen und Eltern aus jeder Klasse besprechen und planen was gemacht werden muss. Für die weitere Durchführung werden denn weitere Eltern einbezogen.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Meistens läuft die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern gut, aber sie glaubt es würde helfen, so etwas wie ein Leitfaden für die Projekte zu haben. Sowohl für die Festlegung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten als auch für das „wie man arbeitet“. Das würde Klarheit schaffen und wäre eine gute Basis, um zu besprechen, wie und was gemacht werden muss.

In der Zusammenarbeit zwischen Lehrer und Eltern, wie bei jeder Arbeit wo Menschen zusammenkommen, geht es manchmal auch schief. Damit offen umzugehen und daraus zu lernen, fordert Mut. Wir sind gute Vorbilder für unsere Kinder, wenn wir das vorleben. So können wir zeigen, wie man einen guten Fehlerkultur lebt.

Was motiviert dich persönlich, dich einzubringen?

Die Antwort ist einfach: Weil es der Schule zu Gute kommt. Durch diese Elternarbeit kann ich einen Beitrag, der meinen und den anderen Kindern ermöglicht, eine gute Schule zu besuchen.

Dodo, warum bist du aktiv in der Elternarbeit?

Ich mag Menschen und ich mag, wenn Dinge funktionieren. Wenn etwas nicht funktioniert werde ich aktiv. Eltern sollten viel mehr Aktionismus zeigen, Ideen aktiv einbringen und Lehrer*innen, Elternverein und Schulleitung aktiv ihre Mitarbeit anbieten.

Ich habe zwar auch die Erfahrung gemacht, dass das nicht immer erwünscht ist, aber meistens hat es gut funktioniert und vor allem ist es großer Gewinn für alle.

Was haben denn Kinder von Eltern, die sich in der Schule einbringen?

Wenn ich mich in der Schule einbringe, erreicht es viele Kinder, nicht nur meine eigenen. Das fühlt sich gut an. Es zeigt den eigenen Kinder, dass sie sich für die Schule interessieren. Wenn Kinder diese Engagement sehen, schafft es auch bei ihnen eine Bereitschaft, sich zu engagieren und zu helfen, wenn sie größer sind.

Wenn ein Elternteil von ihrem Berufsalltag erzählt, bekommen Kinder einen Blick auf das Arbeitsleben. Es ist auch schön die Begeisterung der Schüler zu erleben.

Was würdest du Eltern und Lehrkräften empfehlen, wenn sie Elternarbeit angehen wollen?

Fast jedes Problem lässt sich durch gute Kommunikation lösen. Eltern, die sich nicht trauen, Probleme selbst anzusprechen, sollten einen Vertreter*in finden, der dies für die Gruppe übernimmt. Gleichzeitig muss man aber auch den Lehrer*innen gut zuhören.

Es ist wichtig, Eltern über das Schulleben regelmäßig zu informieren, zum Beispiel über einen monatlichen Rundbrief. Damit bekommen die Eltern einen Überblick, was in der Schule vor sich geht und können besser einschätzen, wo sie sich einbringen können.