BNE – Bildung für Nachhaltige Entwicklung – was ist das eigentlich?

Alle finden BNE gut und wichtig, aber was es genau bedeutet wissen viele nicht so genau. Wir möchten hier unseren Teil zur Aufklärung leisten.

Zunächst einmal, was ist eigentlich Nachhaltigkeit? Unter Nachhaltigkeit versteht man eine globale Lebensweise, die sich durch die Schonung unserer Ressourcen auszeichnet. Dabei wird davon ausgegangen, dass Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft sich gegenseitig beeinflussende Faktoren sind. Soll heißen, dass es nur möglich ist eine gesunde Gesellschaft zu haben, wenn die Wirtschaft wächst und die Umwelt dabei gesund bleibt. Ist der Mensch in einem wirtschaftlichen Existenzkampf (z. B. geringes Einkommen + fünfköpfige Familie die versorgt werden muss), so wird er in der Regel keinen effektiven Umweltschutz leisten können (Fastfood vs. Slowfood, konventionelle vs. Bio-Lebensmittel, etc.).

Damit also ein gesundes Gleichgewicht herrscht, muss es Menschen auf der ganzen Welt möglich sein ein gutes Leben ohne Not leben zu können.  Dies gelingt nur, wenn wir es schaffen, dass sich alles weiter entwickeln kann ohne sich gegenseitig negativ zu beeinflussen, sprich die Lebensgrundlage zu entziehen. Dieser letzte Punkt lenkt natürlich auch den Blick auf alle nachfolgenden Generationen.

Die internationale Staatengemeinschaft hat zur Erreichung dieses großen Gesamtziels insgesamt 17 einzelne Ziele verabschiedet. Diese werden als SDGs (Sustainable Development Goals/ Ziele für Nachhaltige Entwicklung) bezeichnet. Um diese Ziele erreichen zu können, wird dem Bereich Bildung eine große Bedeutung zuteil. 

Unter Bildung für nachhaltige Entwicklung versteht man grundsätzlich die Bildung eines Menschen, die ihn zu einem mündigen, zukunftsfähig handelndem und zukunftsfähig denkenden Menschen macht. Zum einen benötigen wir dafür Faktenwissen, zum anderen konkrete Gestaltungskompetenzen. Gestaltungskompetenz ist wichtig, um das Wissen in Handeln umsetzen zu können und in der Folge eine nachhaltige Entwicklung der Menschheit, sowie damit verbunden der ganzen Welt gewährleisten zu können.  Zu diesen Gestaltungskompetenzen gehören:

Fähigkeit zum Perspektivwechsel

Menschen mit dieser Fähigkeit sind in der Lage,  sich in andere Menschen hinein zu versetzen. Sie beleuchten Dinge von unterschiedlichen Seiten, beziehen verschiedene (teils konträre) Haltungen in ihre Entscheidungen ein und bedenken die Folgen für unterschiedliche Akteure.

Fähigkeit zur Antizipation

Jene Menschen denken und handeln vorausschauend. Sie sind in der Lage,  die Folgen ihrer Entscheidungen und ihres Handelns (sozial, ökologisch) abzusehen und einzuschätzen.

Fähigkeit zur Verknüpfung

Jene Menschen sind in der Lage alle Folgen ihrer Entscheidungen und ihres Handelns zu berücksichtigen. Es wird nicht länger nur im eigenen Interesse und fokussiert auf eine bestimmte Fragestellung gehandelt, sondern unter Berücksichtigung globaler Zusammenhänge und interdisziplinärer Aspekte.

Risikobewusstsein

Jene Menschen sind sich über Risiken ihrer Entscheidungen und ihres Handelns im Klaren. Sowohl im gesellschaftlich-sozialen Kontext als auch im Hinblick auf die Ressourcen des Lebens auf der Erde.

Kooperations- und Teamfähigkeit

Jene Menschen sind in der Lage,  zusammen zu arbeiten und Teams zu bilden. Nicht das Ego des Individuums bzw. Vorteile für einzelne Akteure stehen im Vordergrund, sondern das allgemeine Wohl und die sich daraus ergebende Chancengleichheit.  

Reflexionsfähigkeit

Jene Menschen können ihre Entscheidungen und ihr Handeln  selbst betrachten und sind in der Lage,  das Beobachtete kritisch im Hinblick auf soziale und allgemein globale Zusammenhänge zu bewerten.

Fähigkeit zu eigenständigem Handeln

 Jene Menschen sind in der Lage,  sich über die wichtigen Themen der Zeit zu informieren, sich ein eigenes Bild zu machen, Entscheidungen zu treffen und selbst gemeinsam mit anderen Menschen umzusetzen. 

Fähigkeit zu Mitgefühl

Jene Menschen erleben sich als Teil einer Gemeinschaft. Andere Menschen werden als gleichgestellte Mitmenschen angesehen, um deren Wohlergehen sich alle kümmern. Damit einher geht auch der verantwortliche Umgang mit der Natur und den natürlichen Ressourcen bezogen auf die ganze Erde.

Die Teilkompetenzen und somit die Gestaltungskompetenz insgesamt,  können nicht allein durch eine rein theoretische Beschäftigung mit ihren Themen erworben werden. Es bedarf viel mehr der Konfrontation mit Problemen in der realen Welt und dem tatsächlich geübten Umgang mit diesen. Störungen verschiedener Art in Mensch-Umwelt-Beziehungen können nur durch eigenes Handeln erfahren sowie Problemlösungen erarbeitet werden.

An dieser Stelle kommt Elternschatz mit auf den Plan, denn diese Plattform wurde von der Idee ausgehend entwickelt, Gestaltungskompetenzen u. a. durch die aktive Mitwirkung der Eltern, der Einbringung ihrer persönlichen Fähig- und Fertigkeiten, in Kita und Schule durch Projekte nachhaltig zu fördern.